Werkzeugwagen

Die Palette der Werkzeugwagen reicht von simpel bis komfortabel, von leer bis bestückt und von klein bis groß. Die verwendeten Materialien sind überwiegend Metall, selten Kunststoff und es gibt nur sehr, sehr wenige Modelle aus Holz. Oftmals besteht der Werkzeugwagen auch aus einem Metallrahmen mit Kunststoffschubladen, jedoch besitzen alle Wagen vier Rollen, von denen zumeist zwei feststellbar sind, für einen flexiblen Einsatz. Idealerweise lassen sich die benötigten Schubladen herausnehmen, sodass nicht immer der komplette Wagen zum Arbeitsplatz gerollt werden muss.

Da sich die meisten Werkzeugwagen in handwerklichen oder industriellen Betrieben befinden, ist das am Häufigsten verwendete Material für dieses Arbeitsgerät Metall. Metall ist robust und hält länger. Zudem ist dieses Material nicht so schmutzempfindlich. Wer sich für das häusliche Umfeld einen Werkzeugwagen, auch Werkstattwagen genannt, zulegen möchte, der wählt häufig ein Modell aus Kunststoff. In der Garage, dem Hobbyraum oder Keller ist es ja bekanntlich längst nicht so schmutzig, wie in einem Betrieb, sodass dieser leicht gesäubert werden kann.

Genau wie der Werkzeugkoffer und die -tasche ist der Werkzeugwagen für einen flexiblen Einsatz gedacht. Im Gegensatz zu diesen beiden Varianten beherbergt er jedoch mehr Werkzeug, da er viel größer ist. So können in diesem Werkzeugwagen auch Elektrogeräte und Ersatzteile für die anstehende Arbeit gelagert werden. Die Sortierung erfolgt zumeist in einzelnen Schubladen, welche im Idealfall in Fächer unterteilt sind.

Im Gegensatz zu einem Werkzeugschrank ist der Werkzeugwagen auf Rollen gelagert, sodass er viel flexibler, direkt am Arbeitsplatz eingesetzt werden kann, als der Schrank. Dabei sind die Rollen so stabil, dass auch ein Werkzeugwagen ein immenses Gewicht aushält. So kann auch viel oder schweres Werkzeug in ihm sortiert gelagert werden..

Im Gegensatz zu einer Werkzeugkiste kann in einem Werkzeugwagen alles wohl sortiert untergebracht werden. Sind im Wagen herausnehmbare Schubladen verbaut, dann ist das Handling in jedem Fall einfacher, als mit einer Werkzeugkiste.

Hersteller und Marken

Unzählige Hersteller von Werkzeugwagen tummeln sich auf dem Markt. Bei den meisten sind die Wagen nur ein Nebenprodukt, denn das Hauptprodukt ist das Werkzeug, ob manuell oder elektrisch. Hier nun einige Hersteller bzw. Marken von Werkzeug- bzw. Werkstattwagen.

Hazet - Unternehmen produziert Werkzeug für die Drehmoment-Technik, Pneumatik bzw. Maschinen, Spezialwerkzeug, Produkte zum Arbeitsschutz, Handwerkszeug sowie Werkstattbedarf und Werkstatt- bzw. Betriebseinrichtungen - das verwendete Material ist Stahl, selten in Kombination mit Kunststoff - garantiert gute Qualität und lange Lebensdauer der Wagen.

Brüder Mannesmann - Produktionsschwerpunkt ist manuelles Werkzeug - als Nebenprodukte werden Werkzeugkoffer, -taschen und -wagen produziert - das Material ist hier häufig Metall, selten in Verbindung mit Kunststoff - besonderes Feature der Werkstattwagen sind Modelle mit abnehmbarer Werkzeugbox - gute Qualität für einen angemessenen Preis.

Stahlwille - das Unternehmen produziert vorrangig Werkzeug aus dem manuellen Bereich - zur idealen Sortierung dieses Werkzeugs werden ganze Werkstatteinrichtungsgegenstände angeboten - die Schränke bestehen überwiegend aus Stahl, sehr selten in Verbindung mit Kunststoffschubladen - stimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis - gute Verarbeitung bestmöglicher Materialien.

Einhell - Hersteller von Elektrowerkzeug jeder Art - Nebenprodukt Werkzeugwagen aus Stahl - sehr gute Qualität, jedoch zumeist kostenintensiv - gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Anwendungsgebiete

Werkzeugwagen sind in handwerklichen Betrieben und bei der industriellen Fertigung nahezu immer vertreten. Mit ihnen können die benötigten Werkzeuge oder Ersatzteile zum Arbeitsplatz auf einfachste Weise befördert werden, da diese Wagen Rollen besitzen. So sind die Werkzeugwagen unverzichtbare Helfer bei Reparaturen an Maschinen, der Montage oder bei der Fertigung von Produkten. Auch im heimischen Handwerkskeller, der Garage oder im Hobbyraum sind Werkzeugwagen zu finden. Sie sind vor allem rentabel, wenn der Handwerker viel bastelt oder repariert, können oftmals unter den Arbeitstisch geschoben werden und benötigen somit nur wenig Stellfläche. Die Werkstatt- bzw. Werkzeugwagen bieten Ordnung für Kleinwerkzeug und, je nach Größe des Wagens, auch Stauraum für größeres Elektrowerkzeug. Mit Schubladen versehen, welche im Idealfall herausnehmbar sind, ist eine gezielte und exakte Aufbewahrung des Werkzeugs möglich.

Vor- und Nachteile

Wenn der Werkzeugwagen leer gekauft wird, was meistens der Fall ist, dann ist der Anschaffungspreis eher gering. Dafür besitzt der Handwerker dann kein doppeltes Werkzeug und kann Marken und Modelle des Werkzeugs selbst bestimmen. Der komplett bestückte Werkzeugwagen wird dann insgesamt gesehen zumeist kostenintensiver, als wenn ein bereits bestücktes Modell gewählt wird. Werkzeugwagen aus Stahl sind robuster, stabiler und langlebiger, als Modelle aus Kunststoff und halten Einiges an Gewicht aus. Dafür sind diese Modelle jedoch auch schwerer.

Kaufberatung

Schubladen und Fächer

In jedem Fall sollte der optimale Werkzeugwagen Schubladen besitzen, welche am Besten noch in Fächern unterteilt sind. Diese Schubladen sollten feststellbar und wenn möglich ebenso abschließbar sein. Besitzt der Handwerker bereits Werkzeug, dann sollte die Größe der Schubladen und Fächer so gewählt werden, dass auch all das Werkzeug hineinpasst. In jedem Fall gilt eine minimale Belastbarkeit von 20 Kilogramm pro Schublade als ausreichend für eine gute Wahl. Bei den meisten Modellen können die Schubladen auch nicht alle zusammen geöffnet werden, damit der Wagen mit befüllten Schubladen nicht umfallen kann.

Rollen

Die Rollen des Werkzeugwagens sind die Definition zu den anderen Werkzeugaufbewahrungsprodukten. Standard sind 4 Rollen, von denen mindestens 2 feststellbar sein sollten. Sie müssen leichtgängig sein und das Gewicht des befüllten Wagens aushalten. Ein 360°-Manöver und gummierte Rollen erleichtern die Arbeit. Je größer die Rollen, desto einfacher ist der Einsatz.

Material

Idealerweise besteht der Werkzeugwagen komplett aus Stahl oder zumindest aus einem Stahlgestell mit Kunststoffschubladen. Metall ist robuster und stabiler, hält mehr Schmutz stand und ist besonders langlebig. Das Metall ist pulverbeschichtet und häufig in den Farben Rot, Blau oder Grün gefertigt.

Maximale Belastbarkeit

Konkrete Angaben zur Belastbarkeit werden aus Garantiegründen von den Herstellern zumeist nicht angegeben. Die Werkzeugwagen sind jedoch weitaus höher belastbar als Werkzeugkoffer oder -tasche. Die Belastbarkeit liegt zumeist zwischen 150 und 300 Kilogramm, je nach Modell.

Bestückte Werkzeugwagen oder leere?

Wenn der Handwerker sich einen Werkzeugwagen zulegen möchte, dann kann zwischen kostengünstigen Modellen unbestückt und kostenintensiveren Modellen bestückt gewählt werden. Bei der Wahl kommt es auf die Nutzung an, also, ob spezielles oder herkömmliches Werkzeug benötigt wird und ob bereist Werkzeug vorhanden ist. Auch hat der Nutzer bei den leeren Varianten die freie Wahl bei der Qualität der Werkzeughersteller, was bei bestückten Modellen nicht der Fall ist.

Discount

Der Mannesmann M28270 ist ein bestückter Stahl-Werkzeugwagen mit einem 321-teiligen Werkzeugset, welches auf 6 abschließbaren Schubladen verteilt ist. Die 7. Schublade ist leer und kann nach eigenem Ermessen befüllt werden. Mit seinen 94 Kilogramm Gewicht (inklusive Befüllung) ist dieses Modell ein stabiles, robustes Stahlprodukt, welches GS-geprüft ist. Der Werkstattwagen besitzt eine AntiSlip-Auflage und wird vom Hersteller mit einer 10-jährigen Garantie belegt.

Ähnliche Produkte findet der Handwerker auch im Discounter aus dem No Name Bereich. Jedoch sind hier in jedem Fall Qualitätsabstriche zu verzeichnen. Selten sind hier Produkte GS- bzw. TÜV-geprüft und eine Garantiezeit wird bei den meisten No Name Produkten ebenfalls nicht gewährt. Sie sind zwar günstiger als Markenwagen, es fehlt ihnen jedoch zumeist an der Robustheit und Stabilität. Zudem ist die Verarbeitung häufig mangelhaft und das inkludierte Werkzeug minderwertig.

Tipp

Zunächst kommt es bei der Wahl zum richtigen Werkzeugwagen auf die Nutzung an. Kostenintensive Modelle rentieren sich nicht für den gelegentlichen Hand- bzw. Heimwerker. Je nach Nutzung sollte man dann auch zwischen leeren und bestückten Modellen entscheiden. Besitzt der Handwerker bereits ausreichend Werkzeug, dann sollte ein leeres Modell angeschafft werden. Das einzulagernde Werkzeug wie auch der vorhandene Stellplatz entscheidet dann wiederum über die Größe des Werkzeugwagens. Ob ein komfortables Modell mit feststellbaren Rollen, herausnehmbaren Boxen oder Schubladen, Gummieinlagen, abschließbaren Schubladen, Ablagefächer bzw. Trennböden oder Werkzeughalterungen oder ein einfaches Modell ohne besondere Features gewählt wird, ist abhängig von den Ansprüchen der Arbeit und des Nutzers. In jedem Fall wirkt sich der Komfort auf den Preis aus.

Fragen & Antworten

Wie und wie lange kann man einen Werkzeugwagen abschreiben?
Im Rahmen der GWG-Regelung kann ein Werkzeugwagen, wenn er nicht mehr als 410 Euro netto gekostet hat, im Jahr der Anschaffung komplett abgeschrieben werden. Eine sofortige Absetzung des Werkzeugwagens ist unter 150 Euro Kosten möglich. In den meisten Fällen werden die geringwertigen Wirtschaftsgüter jedoch, sofern sie bei den Anschaffungskosten zwischen 410 und 1.000 Euro liegen, gesammelt und binnen der ersten fünf Jahre gleichmäßig abgeschrieben. Bei Einrichtungsgegenständen für eine Werkstatt, welche mehr als 1.000 Euro netto kosten, muss der Gegenstand über mehrere Jahre abgeschrieben werden. AfA-Tabellen klären über die Nutzungsdauer des Anlagegutes auf. Das geringwertige Wirtschaftsgut Werkzeugwagen wird hierbei unter den Betriebsausgaben geführt und direkt von dort abgeschrieben.